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Pflegepraktikum von Sabine Kurtz in Renningen

„Das ist jetzt ein Scherz“, reagierte die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz (Wahlkreis Leonberg-Herrenberg-Weil der Stadt) überrascht, als eine Klientin der HK Tagespflege erzählte, dass sie dieses Jahr bereits 105 Jahre alt wird. Damit ist sie die älteste Besucherin der Einrichtung für ältere Menschen in Renningen. „Dass Personen so alt werden, liest man sonst eigentlich nur in der Zeitung“, so Kurtz. Für die Lebenswelt der älteren Menschen und die pflegerischen Angebote der Region interessierte sich die bürgernahe Landtagsabgeordnete im Rahmen einer Reihe von „Kurzpraktika“ des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).

Zu Beginn tauschten sich die Einrichtungsleiterin Heidi Konz, der bpa-Landesbeauftragte Berthold Denzel und Sabine Kurtz (CDU) insbesondere über die Gründe aus, warum sie und ihre Tochter Andrea Wehrle sich für die Selbstständigkeit in der Pflege entschieden haben. Des Weiteren koordinieren die gelernte Altenpflegefachkraft und Pflegedienstleitung und die Sozialpädagogin einen ambulanten Pflegedienst. Neben den Berufsausbildungen für Altenpflegefachkräfte, Altenpflegeherlfer und Alltagsbetreuer besteht auch die Möglichkeit, duale Studiengänge im Bereich der Altenhilfe zu absolvieren. Für die bildungspolitischen Themen hatte die Sprecherin für Wissenschaft, Forschung und Kunst der CDU-Landtagsfraktion ein besonders offenes Ohr und setzte sich mit den Herausforderungen für Studierende und ausbildende Unternehmen auseinander.

Belebt wurde das Gespräch unter anderem mit dem Fachbereichsleiter für Bildung, Familie und Soziales Daniel Dreßen. Seit einem Jahr leitet er die Sozialstation Renningen, ein ambulanter Pflegedienst, der an die Kommune angeschlossen ist. Für ihn ist klar, dass ohne die privaten Anbieter  die Versorgung aller pflegebedürftigen Menschen in Renningen und Malmsheim nicht zu schaffen ist. Von Konkurrenz könne also kaum die Rede sein, denn sowohl der kommunale, als auch der privatwirtschaftliche Pflegedienst könnten ohne Einbußen nebeneinander existieren. Nur weil es unterschiedliche Anbieter gebe, könne es Klientinnen und Klienten überhaupt ermöglicht werden, ihr Wunsch- und Wahlrecht zu realisieren.

Nicht nur Politiker wie die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz, sondern auch der Stadtrat Peter Weiß (CDU), die erste Vorsitzende der Frauen für Renningen Traute Badjon und die Vorstandsfrau der Frauen für Renningen Yvonne Schmidt-Schwämmle tauschten sich lebhaft über das Thema „Pflege“ aus. Ob aus beruflicher oder privater Erfahrung diskutierten die Politiker mit Heidi Konz und Berthold Denzel. Durch die Pflegestärkungsgesetze wurde in den letzten Jahren besonders die häusliche Pflege und die Tagespflege gestärkt. Nichtsdestotrotz gibt es noch immer wenige teilstationäre Angebote, wobei der Bedarf und die Nachfrage sowohl für die Tages-, als auch die Nachtpflege weiter steigt.

Mit Sabine Kurtz wurde aber auch über die gesamte Versorgungsstruktur diskutiert. Denn gerade durch die Stärkung der häuslichen Pflege könnten sich die Problemlagen der stationären Pflegeheime weiter verschärfen. Der Übertritt ins Pflegeheim wird immer weiter herausgezögert, so dass eine Vielzahl von Menschen immer dementer und pflegebedürftiger in Heime eintreten. Die Verweildauer der Bewohnerinnen und Bewohner verkürzt sich somit und die Anforderungen an das Pflegepersonal werden immer höher. Auch für die Sorge, dass die Generalisierung der Pflegeausbildungen einen erheblichen Nachteil für die Altenpflege mit sich bringt, hatte die Landtagsabgeordnete Verständnis. Traute Badjon (Frauen für Renningen) und Daniel Dreßen (Sozialstation Renningen) teilten diese Sorge. In den letzten Jahren hatten sich immer mehr junge Menschen gezielt für eine Ausbildung in der Altenpflege entschieden. Die Spezialisierung könnte durch die Generalisierung verloren gehen.

Zum Abschluss der Diskussion sangen Kurtz, Denzel und Badjon gemeinsam mit den Gästen der HK Tagespflege ein Lied, denn auch diese freuten sich über deren Besuch. Am Ende stand dann fest: Zu den größten Problemen in der Altenpflege gehört weiterhin der Fachkräftemängel. Gleichzeitig steigt allerdings der Bedarf in der Bevölkerung, auch wenn die Kommune Renningen weniger stark vom demographischen Wandel betroffen ist. Private Einrichtungen sind essentiell. Der Austausch zwischen Landespolitik, Kommunen, privaten Leistungserbringern und Leistungsempfängern ist in Zeiten des demographischen Wandels und Fachkräftemangels besonders wertvoll und unverzichtbar. Nur so können Defizite in der Versorgungslandschaft erkannt und angegangen werden. 

Text: Leonie Achzet (HK Tagespflege GmbH)

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