Logo des CDU Kreisverband Böblingen

Aktuelles

  • Paul Nemeth

„Ein wachsamer Nachbar ist wertvoll“

Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Paul Nemeth und des CDU-Stadtverbands gab Kriminalhauptkommissar Gerhard Hollenweger Tipps für einen besseren Einbruchschutz

Stemmeisen, Mehrfachverriegelungen, Schutzrosetten – um diese Begriffe ging es beim Vortrag von Kriminalhauptkommissar Gerhard Hollenweger zum Thema Einbruchschutz am Donnerstag, 1. März, im Paladion in Böblingen. Organisiert wurde der Abend vom CDU-Landtagsabgeordneten im Kreis Böblingen Paul Nemeth sowie dem CDU-Stadtverband. Gerhard Hollenweger ist innerhalb der Kriminalpolizeidirektion Böblingen einer von zwölf Beamten der „Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch“ und gilt als absoluter Experte auf diesem Gebiet.

„Seit ich dem Landtag von Baden-Württemberg angehöre, nehme ich mir die Zeit, um jedes Jahr einen Abend lang mit einer Polizeistreife auf Tour zu gehen. Ich kann von jedem dieser Abende viel Spannendes berichten. Mein Respekt vor der vielfältigen Polizeiarbeit ist dabei jedes Mal gewachsen“, sagte Paul Nemeth in seinen Eröffnungsworten. Und über zu wenig Arbeit können sich die Ordnungshüter im Kreis wahrlich nicht beklagen: Laut Polizeistatistik gehen beim Polizeirevier in Ludwigsburg, das auch für Böblingen zuständig ist, jährlich  120 000 Notrufe ein. 38 000 Straftaten werden registriert und verfolgt sowie 29 000 Verkehrsunfälle bearbeitet.

Nemeth machte deutlich, dass die im Koalitionsvertrag zwischen den Grünen und der CDU festgelegte Schaffung von 1500 Stellen bei der Polizei in Baden-Württemberg der richtige Schritt ist. „Das Land investiert derzeit sehr viel Geld in die Polizeiarbeit. So wurden 381 neue Stellen bereits im Haushalt 2017 geschaffen“, so Nemeth. Damit die Polizei im Land mehr Einsatzkräfte zur Verfügung und gut ausgebildeten Nachwuchs hat, wird das ehemalige IBM-Schulungszentrum in Herrenberg bis 2019 zu einem modernen Schulungszentrum für junge Polizistinnen und Polizisten umgebaut. „In den nächsten Jahren gehen viele Polizisten in Rente, da braucht es im Land gut ausgebildete Nachwuchskräfte“, sagte Paul Nemeth. „Wir wollen, dass die Sicherheit gewährleistet ist. Die Polizei sollte nicht nur eingreifen, wenn ein Verbrechen bereits geschehen ist, sondern nach Möglichkeit bereits früher, um das Verbrechen zu verhindern“, sagte Nemeth weiter und nahm so die Kurve auf das Thema des Abends. „Der Sektor Einbruch ist ein äußert sensibles Thema, das jeden Bürger umtreibt und in den letzten Jahren leider immer präsenter geworden ist“, so der CDU-Landtagsabgeordnete, der dem Beschluss des Bundestages, dem zur Folge Einbrüche in eine Privatwohnung fortan mit mindestens zwölf Monaten Haft statt bisher drei Monaten bestraft werden sollen, positiv gegenübersteht. Laut Nemeth sei in Sachen Einbruch gerade der Kreis Böblingen stark gefährdet. „Zum einen spricht es sich natürlich auch bei den Ganoven rum, dass die Gegend hier eine sehr wohlhabende ist. Zum anderen haben die Einbrecher dank der zwei Autobahnen optimale Fluchtmöglichkeiten“.

Der weitläufigen Meinung, dass viele Wohnungseinbrüche auf das Konto von Flüchtlingen gehen, widersprach Nemeth. „Diese Einschätzung widerlegen die Statistiken. Stattdessen gehen viele Taten auf das Konto von reisenden Verbrecherbanden aus Osteuropa“.

Kriminalhauptkommissar kam in diesem Zusammenhang auf ein anderes Problem zu sprechen: „Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt derzeit leider nach wie vor bei unter 20 Prozent. Verglichen mit den Vorjahren ist sie aber etwas gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der Einbrüche in den letzten Jahren zurückgegangen. Waren es in Baden-Württemberg beim Höchstwert 2014 noch über 13 000 gewesen, waren es 2016 noch gut 11 000 Einbrüche. Die Zahlen für 2017 werden im März präsentiert, dürften aber noch einmal zurückgegangen sein“, sagte Gerhard Hollenweger. Für den Kreis Böblingen sei der Trend ähnlich.

Dennoch riet der Einbruchexperte zu erhöhter Vorsicht. „Ein wachsamer Nachbar ist sehr wertvoll. Man sollte sich bei einem Verdacht nicht scheuen, die Polizei zu rufen“. Hollenweger gab den interessierten Gästen im Paladion zudem viele praktische Tipps, wie man sich gegen ungebetene Gäste schützen kann. „Es hilft schon, wenn bei Ihnen im Haus das Licht automatisch bei Dämmerung angeht, wenn sie nicht daheim sind. Gerade in der Winterzeit ist das wichtig. Denn Einbrecher schlagen am liebsten zu, wenn es dämmert“, so der Polizist. Darüber hinaus mögen es die Langfinger, wenn das Haus schlecht einsehbar ist und am Ortsrand liegt. „Dann sind sie ungestört“, so Hollenweger.

Der Einbruchexperte wies daraufhin, wie man seine Haus- und Terrassentür sowie die Fenster am besten sichert. Er klärte die Gäste unter anderem über die Vorteile von Mehrfachverriegelungen, Schutzrosetten, Querriegel, Bändersicherungen oder Fenstergitter auf. „Alle diese Maßnahmen sind hilfreich. Egal ob man ein Haus neu baut oder ein älteres nachrüstet. Denn der Täter versucht es mit Stemmeisen, Schraubenzieher und Co. in der Regel maximal zwei bis drei Minuten. Dann gibt er auf und verschwindet“, so der Kriminalhauptkommissar, der den Gästen auch anbot, mit seinem Team bei Ihnen zu Hause vorbeizuschauen, um eventuelle Einbruchs-Schwachstellen ausfindig zu machen.  Auch für den Fall, dass der Täter doch einmal ins Haus gelangt, hatte der Experte einen guten Rat mit im Gepäck. „Die meisten Einbrecher zieht es ins Schlafzimmer, weil sie dort Schmuck vermuten. Den könnte man also auch woanders deponieren“.

Das Schlusswort der rund eineinhalb stündigen Veranstaltung im Paladion oblag der stellvertretenden CDU-Stadtverbands-Vorsitzenden, Regina Wagner:  „Ich hoffe, dass Sie vom heutigen Abend einen Gewinn in Form von vielen praktischen Tipps für einen besseren Einbruchsschutz mit nach Hause nehmen. Und ich bin mir sicher, dass die Polizei auch in Zukunft alles dafür tut, Einbrüche aufzuklären oder sogar im Vorfeld zu verhindern“.

Zum Seitenanfang