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Leistung der Kurzzeitpflegeeltern verdient mehr Anerkennung

„Je länger die Kinder bei mir sind, desto schwerer fällt mir der Abschied“, beschrieb Grit Cornelius in ihrem Gespräch mit den beiden Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz und Dr. Marianne Engeser ihre Gefühle, wenn ein Kind, das sie für einige Wochen oder Monate in Pflege aufgenommen hatte, wieder abgeben muss

Bei dem Gespräch am 9. September 2015 waren auch zwei Vertreterinnen des Stuttgarter Jugendamtes dabei, welches die Kinder an Familie Cornelius in Jettingen vermittelt. Häufig handelt es sich um Säuglinge, deren Mütter in den ersten Wochen nach der Geburt noch nicht entscheiden können, ob sie das Baby behalten oder zur Adoption frei geben werden. Oder um Neugeborene, die in der Stuttgarter Babyklappe abgegeben wurden. Während des Gesprächs wurden einige Anliegen an die Politik von Seiten der Kurzzeitpflegemutter aus dem Gäu und den beiden Behördenvertreterinnen angesprochen.

Anlass für die Zusammenkunft war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Grit Cornelius im März 2014, bei der auch die Leonberger Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz teilgenommen hatte. Die gelernte Kinderkrankenschwester hatte die Abgeordnete darauf aufmerksam, dass die wichtige Tätigkeit der Kurzzeitpflege zu wenig Anerkennung finde und kaum in der Gesellschaft präsent sei. Gemeinsam mit der familienpolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Marianne Engeser, wollte Sabine Kurtz nun erfahren, welche Aufgaben und Probleme Kurzzeitpflegeeltern zu bewältigen haben.

„Man übernimmt diese Aufgabe nicht, um Geld zu verdienen. Wir sollten aber zumindest für die von uns erbrachte Erziehungsleistung die soziale Absicherung erhalten, die allen Müttern zusteht“, kritisierte Grit Cornelius und stellte klar, dass der humanitäre Aspekt im Vordergrund stehe. Kurzzeitpflegemütter stünden ständig in Bereitschaft, um Kinder aufzunehmen und könnten daher in den dazwischen liegenden Phasen sowie während der Betreuungsphase keiner geregelten Beschäftigung nachgehen. Weniger mit dem Pflegesatz der Kommunen, welcher eine Entschädigung für die erbrachte Leistung gewähren soll, sei sie unzufrieden. Es gehe darum, dass diese Erziehungszeiten nicht in der Rentenversicherung anrechenbar seien und die Pflegekinder nicht in die Steuerkarte eingetragen werden könnten. „Die Konditionen sind insgesamt nicht sehr attraktiv. Das könnte einer der Gründe sein, warum nur noch wenige Familien diese so wichtige Aufgabe übernehmen“, so Grit Cornelius weiter.

„Hier gibt es offensichtlich eine Ungleichbehandlung gegenüber den Pflegeeltern, die dauerhaft Kinder betreuen“, monierte Sabine Kurtz. Diese hätten die Möglichkeit, die Pflegekinder steuerlich geltend zu machen und die Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung berücksichtigen zu lassen. „Wir müssen schauen, dass die Kurzzeitpflege nicht unter den Tisch fällt“, fügte Dr. Marianne Engeser an, welche für die CDU-Landtagsfraktion auch im Sozialausschuss vertreten ist.

„Wir sind sehr froh, dass es Pflegeeltern wie Frau Cornelius und ihren Mann gibt“, betonte die Dienststellenleiterin für Pflegekinderdienst, Adoption und Bereitschaftspflege des Stuttgarter Jugendamts, Helga Heugel. Auch die beiden Abgeordneten waren begeistert von dem liebevollen Einsatz der Kurzzeitpflegemutter und ihrer ganzen Familie. „Man kann die Kinder nur wieder abgeben, wenn man eigene Kinder aufgezogen hat und keinen Anspruch auf die Pflegekinder hegt“, betonte die vierfache Mutter Grit Cornelius abschließend eine der wichtigen Voraussetzungen, die Kurzzeitpflegeeltern haben sollten.

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