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Nemeth: "Die Handelspolitik der USA gefährdet Arbeitsplätze"

Rund 100 verschiedene Vorträge sowie zahlreiche Firmen und Wirtschaftsexperten aus 30 Ländern in einer Halle – die Veranstaltung Global Connect in der Landesmesse Stuttgart bot am 20. und 21. Juni für jeden Geschmack ein spannendes Thema. Mittendrin bei diesem Forum für Export und Industrialisierung war auch die Böblinger Firma Star Cooperation. „Diese Firma ist gerade in den schwierigen und unsicheren Handelszeiten mit den USA ein prima Beispiel dafür, dass eine in Deutschland und Amerika positionierte Firma durch konstant gute Arbeit ein stabiles Wachstum erreichen kann“, sagte der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth bei seinem Besuch am Messestand der Star Cooperation.

„Rund 70 Prozent unseres wirtschaftlichen Erfolges im Kreis Böblingen hängt vom Export ab. Deshalb brauchen wir weltweit eine möglichst freie und offene Handelspolitik“, sagte Paul Nemeth am Rande seines Besuchs auf der Handelsmesse Global Connect in Stuttgart. Eine Gefährdung für den gut laufenden Handel mit Waren aus der Region sieht der Böblinger Landtagsabgeordnete in einer durch die US-Regierung drohenden möglichen Verhängung von Strafzöllen. „Das könnte vor allem unsere Autoindustrie rund um Mercedes-Benz in Schwierigkeiten bringen“, so Paul Nemeth. Allerdings läge es in Sachen zukünftiger Handelsbilanz laut Nemeth auch an der Autoindustrie selbst, das durch die Aufdeckung der Diesel-Tricksereien verloren gegangene Vertrauen bei potenziellen Autokäufern wieder zurück zu gewinnen.

Ein positives Beispiel, wie man sich für Handelsbeziehungen mit Amerika gut aufstellt, sieht Paul Nemeth in der auf der Böblinger Hulb ansässigen Firma Star Cooperation. „Star Cooperation ist gerade in den derzeit schwierigen und unsicheren Handelszeiten mit den USA ein prima Beispiel dafür, dass eine in Deutschland und Amerika positionierte Firma durch gute Arbeit ein stabiles Wachstum erreichen kann“, lobte Nemeth. „Wir haben weltweit unsere Standorte. Unsere Aufgabe besteht darin, unseren Kunden aufzuzeigen, wie sie ihre Kunden nachhaltig an ihr Unternehmen oder an ihr Produkt binden. Wir unterstützen Firmen mit  modernen Technologien dabei,  Ihre Kunden bestmöglich zu erreichen und den Unternehmenserfolg Schritt für Schritt zu steigern. Der Markt für dieses Firmenkonzept wächst für uns derzeit nirgends so schnell wie in Amerika“, verdeutlichte  Johannes Metzger, Account Manager bei Star Cooperation, die Ziele und derzeitige Entwicklung bei der Böblinger Firma.

Für Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart , sorgen Firmen wie Star Cooperation dafür, dass „Böblingen das Kraftzentrum der deutschen Wirtschaft ist“. Laut Schmalzl könnten aber auch die Firmen im Kreis Böblingen ihre Probleme bekommen, wenn sich die derzeit handelspolitisch eher unsichere Lage weiter fortsetze. „Wir brauchen daher für deutsche Unternehmen eine aktive Unterstützung durch die Politik“, machte Schmalzl klar. So sei laut Schmalzl die Forderung der Grünen im Europaparlament hinsichtlich noch schärferen Grenzwerten beim CO2-Ausstoß äußerst kontraproduktiv für die deutsche Automobilwirtschaft. „Grenzwerte zu fordern ist in Ordnung, sie müssen aber umsetzbar und daher realistisch sein“, so der Stuttgarter IHK-Hauptgeschäftsführer.

Die baden-württembergische CDU-Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut machte In ihrer Eröffnungsrede zur Messe Global-Connect deutlich, dass Baden-Württemberg nach wie vor eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in ganz Europa ist. „Dafür sorgen aber nicht nur die großen Firmen, sondern auch die vielen Mittelständler, die durch nachhaltiges wirtschaften erfolgreich bestehen können“, sagte Hoffmeister-Kraut. Um mit Blick auf den transatlantischen Handel auch zukünftig konkurrenzfähig zu sein, müsse „Europa aber zwingend näher zusammenrücken“, so die Ministerin. „Mit der Messe Global Connect gilt es daher auch ein Zeichen nach außen zu setzen, für offene und freie Märkte“, forderte die Ministerin.

Vor welch schwierigen und komplexen Herausforderungen der gesamtdeutsche Handel in den kommenden Jahren stehen dürfte, machte auch die zum Auftakt der Messe Global Connect stattfindende Podiumsdiskussion mit Moderator Hajo Schumacher deutlich. In der Runde, in der unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer teilnahmen, ging es in erster Linie um die Zukunft der deutschen Automobilindustrie. Der vorherrschende Meinung der Diskussionsteilnehmer ging in die gleiche Richtung: Trotz derzeit oft voller Auftragsbücher müsse man sich in der Autobranche gerade jetzt intensiv mit möglichen Innovationen bei Elektromobilität oder CO2-Austoß beschäftigen und hierbei den Blick in die Zukunft richten.

Trotz möglich zukünftig erschwerter Handelsbeziehungen muss für Paul Nemeth bei den Böblinger Firmen niemand gleich in eine Depression verfallen. „Wir sollten aber auf mögliche Veränderungen in der Welt des Handels, sei es durch mögliche Strafzölle oder unklare politische Verhältnisse in manchen Ländern, vorbereitet sein. Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass ein Wandel in der amerikanischen Handelspolitik auch bei uns im Kreis Arbeitsplätze gefährdet“, sagte Paul Nemeth.

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