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Radschnellverbindung lohnt sich nur mit Beleuchtung

Die Radschnellverbindung Böblingen/Sindelfingen – Stuttgart lohnt sich nach Angaben des Landesverkehrsministeriums nur mit Beleuchtung in den Nachtstunden. Dies brachte eine kleine Anfrage des Böblinger Landtagsabgeordneten Paul Nemeth in Erfahrung. Die Beleuchtung sei notwendig, da viele Radfahrerinnen und Radfahrer Angst im Dunkeln hätten, so das Verkehrsministerium. Das vorläufige Ergebnis einer Potenzialanalyse erwartet für die Strecke Böblingen – Stuttgart ein hohes Radverkehrsaufkommen. Dieses könne ohne die Beleuchtung nicht erreicht werden. „Die Radfahrerinnen und Radfahrer sind sich bewusst, dass bei den höheren Fahrtgeschwindigkeiten auf Radschnellwegen Übersicht und ausreichend Fernsicht vor allem in den dunklen Stunden wichtig ist. Verkehrssicherheit geht hier ganz klar vor. Dennoch bin ich skeptisch, dass die Beleuchtung wirklich einen so großen Einfluss auf das Nutzungsverhalten in den Abendstunden hat.“, so Paul Nemeth.

ie Beleuchtung soll dem Stand der Technik entsprechen. So soll ab einer bestimmten Dunkelheit eine Grundbeleuchtung aktiv werden. Durch Bewegungssensoren gesteuert soll die Helligkeit für den einzelnen Verkehrsteilnehmer kurzzeitig erhöht werden. Ab der Größe eines Wildschweins können die Bewegungssensoren allerdings nicht mehr zwischen Tier, Mensch oder Fahrzeug unterscheiden. „Diese Lösung ist unbefriedigend.“, meint Paul Nemeth. Für die in den angrenzenden Wäldern lebenden Wildtiere sei die Beleuchtung weniger ein Problem, so das Verkehrsministerium weiter. Diese seien die nächtliche Beleuchtung von Städten und Wohnsiedlungen gewohnt. „Immerhin ist der vorgesehene Zeitraum in der Nacht, in welchem die Beleuchtung ganz abgeschaltet wird, auf Impuls der CDU-Fraktion im Sindelfinger Stadtrat, auf ein angemessenes Maß ausgeweitet worden.“ betont Nemeth.

 

Das Landesverkehrsministerium teilte darüber hinaus mit, dass der zunächst zu schmal geplante Radwegabschnitt im Bereich der Autobahnanschlussstelle Sindelfingen Ost künftig keinen Engpass in der Radschnellverbindung darstellen werde. Die notwendige Verbreiterung von zweieinhalb auf vier bis fünf Meter könne ohne große Probleme in das laufende Planfeststellungsverfahren einbezogen werden. Während des Ausbaus der A 81 könne die Anbindung Sindelfingens vorübergehend über die dann bereits ausgebaute Anschlussstelle Böblingen Ost erfolgen.

Die Kosten für den Winterdienst auf der Radschnellverbindung Böblingen/Sindelfingen – Stuttgart werden sich nach Einschätzung des Verkehrsministeriums auf ca. 10.500 Euro jährlich belaufen. Diese Kosten würden aber nur teilweise den Kommunen anfallen. So werde der Kampfmittelbeseitigungsdienst, wie auch schon derzeit, den Winterdienst auf einem großen Teil der Strecke leisten.

Das vollständige Ergebnis der Potenzialanalyse wird laut Landesverkehrsministerium für das Frühjahr 2018 erwartet. „Wir werden zunächst die Ergebnisse der Potenzialanalyse abwarten. Ich hoffe, dass dort auch die richtigen Fragen gestellt werden.“, so Paul Nemeth, der das Projekt weiterhin kritisch begleiten will.

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