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Sabine Kurtz im Gespräch mit Syrvive

Leonberger Start-Up möchte syrische Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

„Das neue Integrationsgesetz setzt die Vorrangprüfung für Asylbewerber und Flüchtlinge bei der Arbeitsvermittlung vorläufig außer Kraft. Das erleichtert unsere Arbeit beträchtlich“, so der Gründer und Inhaber des Leonberger Start-Ups Syrvive, Alexander Röckle, im Gespräch mit der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz. Seit August 2016 muss die Agentur für Arbeit demnach nicht mehr prüfen, ob für einen Arbeitsplatz an Stelle eines Asylbewerbers oder Geduldeten ein deutscher oder EU-Bürger zur Verfügung steht. Bisher durfte dem Asylbewerber oder Geduldeten in solchen Fällen keine Arbeitserlaubnis erteilt werden – zumindest nicht in den ersten 15 Monaten seines Aufenthalts. „Wir sind über diese neue Gesetzgebung sehr froh“, freut sich Alexander Röckle über die Maßnahme der CDU-geführten Bundesregierung.

Sabine Kurtz begrüßt es ganz grundsätzlich, wenn junge Leute den Mut haben, sich selbständig zu machen. Aber auch vor dem Hintergrund der anstehenden Integrationsherausforderungen wollte sie das junge Start-Up-Unternehmen kennenlernen, welches sich als Personaldienstleister für syrische Fachkräfte und Akademiker etablieren möchte. Das Team des Anfang dieses Jahres gegründeten Unternehmens verfügt über die kulturellen, sprachlichen und informationstechnischen Voraussetzungen, um arbeitssuchende Syrer und Arbeitgeber in Baden-Württemberg zusammen zu bringen. Alexander Röckle, studierter Wirtschaftswissenschaftler, ist überzeugt: „Wir bieten einen echten Mehrwert für die arbeitsuchenden Flüchtlinge und die Unternehmen, die sich seit Jahren über fehlende Fachkräfte beklagen.“

Bisher umfasst die in mühsamer Arbeit aufgebaute Datenbank die Angaben von rund 350 syrischen Bewerbern. Alexander Röckle beschreibt seine Anstrengungen, für jeden Einzelnen einen den deutschen Gepflogenheiten entsprechenden Lebenslauf zu erstellen. „Im Herkunftsland ist das so nicht üblich oder nötig“, erläutert er. Häufig fehle sogar das richtige Gespür bei der Auswahl eines Bewerbungsfotos. Sein Team konzentriere sich vorläufig auf syrische Bewerber, weil es deren Angaben gut einschätzen und bewerten könne. Man kenne das Land, seine Hochschulen und Ausbildungsmöglichkeiten und könne die Qualifikationsangaben richtig einordnen. „Da macht uns keiner ein X für ein U vor.“ Alexander Röckle und seine Mitstreiter gehen von etwa 20.000 bis 30.000 Syrern in Deutschland aus, die für die Vermittlung in den Hochlohnmarkt und als Fachkräfte in Frage kommen. Das Geschäftsmodell von Syrvive habe daher durchaus Potenzial. Denn die jungen Unternehmer sehen die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt nicht zuerst als staatliche Aufgabe. Die Privatwirtschaft könne hier mehr leisten. Zumal es viele Firmen gäbe, die großes Interesse an den Kompetenzen der ausländischen Fachkräfte hätten. Daher sei ihr Angebot für die Stellenbewerber kostenlos. Eine Vermittlungsprovision werde von den Arbeitgebern erhoben.

Der Inhaber von Syrvive zeigte aber auch bestehende Defizite seines Unternehmens auf: „Wir müssen unsere Bekanntheit noch steigern und unser Unternehmensnetzwerk ausbauen. Daher suchen wir das Gespräch mit Unternehmen, Verbänden und Politik.“ Sabine Kurtz sagte ihre Unterstützung zu und versprach, Kontakte herzustellen. Von der Idee der jungen Unternehmer zeigte sie sich überzeugt. Denn: „Ein Arbeitsplatz ist das A  und O für eine erfolgreiche Integration.“

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