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Tobias Pfander, meine Meinung: Einkaufsstadt stärken.

Für Entscheidungsträger in einem Markenunternehmen der freien Wirtschaft ist es mitunter wichtig, die Erfolgsfaktoren der Marke zu untersuchen und zu kennen. Wie bekannt ist meine Marke? Wird die Marke als sympathisch angesehen? Möchte der Kunde sie auch konkret besitzen und nutzen oder gibt es Gründe warum der Kunde letztendlich dann noch zur Konkurrenz abwandert?

Ich möchte versuchen, diesen einfachen Markendreiklang aus Bekanntheit – Sympathie – Besitz/Nutzen auf unsere Stadt Herrenberg zu übertragen. Mir geht es dabei insbesondere um die Marke: Herrenberg als Einkaufsstadt.

Sind die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, die Herrenberg bietet, ausreichend bekannt? Lange Jahre hat Herrenberg das Image der Schulstadt gepflegt. Seit ein paar Jahren firmieren wir als Mitmachstadt. Aber wirbt Herrenberg für sich als Einkaufsstadt? Das Profil als Marktplatz mit vielen Geschäften, Läden und Boutiquen wird weder von einem Gewerbeverein noch von der städtischen Wirtschaftsförderung ausreichend herausgearbeitet, gepflegt und beworben. Der Bekanntheitsgrad von Herrenberg als Einkaufstadt ist steigerungsfähig.

Wird die Marke Herrenberg als sympathisch empfunden? Einwohner und Gäste mögen unsere Stadt. Das kann man zweifelsohne bejahen. Der Marktplatz, die Fachwerkhäuser, die Gassen, die Stiftskirche, die vielen kleinen Geschäfte und Lokalitäten und vieles andere mehr, machen Herrenberg sehr sympathisch. Herrenberg hat es leicht, Sympathiepunkte zu sammeln.

Wird Herrenberg von denen, die es kennen und sympathisch finden, nun auch gezielt zum Einkaufen genutzt? Schafft es Herrenberg also Kaufkraft hier zu binden bzw. vielleicht sogar von außerhalb anzuziehen? Viele Konsumenten treten trotz Bekanntheit und Sympathie an diesem Punkt dann doch die Fahrt nach Böblingen, Sindelfingen, Nagold, Tübingen oder Stuttgart an. Dabei sind es nicht nur die großen Malls, die die Kunden anziehen. Auswahl und Vielfalt, Einkaufserlebnis, Parkmöglichkeiten, einheitliche, durchgehende Öffnungszeiten und Freundlichkeit sind sehr oft Gründe warum Herrenberger sich nicht für den lokalen Einzelhandel entscheiden.

Hier sehe ich eine zentrale kommunalpolitische Aufgabe. Die Stadt, der Handel und die Gewerbetreibenden leben davon, dass Menschen gerne hier wohnen und auch hier in Herrenberg ihr Geld ausgeben. Nur so lässt sich das, was unsere Stadt sympathisch macht, erhalten. Nur wenn die Innenstadt und die Fußgängerzone belebt sind und zum Bummeln, Verweilen und Einkaufen einlädt, füllen sich derzeit leere Geschäft und investieren Immobilienbesitzer in die Innenstadt.

Da stehen unsere gewählten Mandatsträger mit der Entscheidung zum Seeländer Areal wahrlich vor keiner einfachen Aufgabe. Herrenberg bietet sich auf diesem Gelände eine fast einmalige Chance der Stadtentwicklung. Auf dem Areal des früheren Bauhofs kann ein Anziehungspunkt entstehen, der Lücken im Sortimentsangebot in Herrenberg schließt. Es muss dann aber so gut an die Altstadt angeschlossen werden, dass die Besucher von Seeländer sich eingeladen fühlen, auch noch durch die Altstadt zu schlendern, einen Kaffee zu trinken und zu schauen, welche schönen Dinge hier noch angeboten werden. Ich hoffe nur, dass das gelingt. Ein Lebensmitteldiscounter alleine wird es nicht richten können und wir gewinnen auch nichts, wenn Ladenbesitzer aus der Innenstadt ins Seeländer umsiedeln und dadurch die Altstadt weiter verwaist. Ich bin gespannt auf das Gesamtkonzept und wie man es schaffen will, dass so ein Lebensmitteldiscounter nördlich der Hindenburg- und Nagolder Straße nicht noch mehr Verkehr über den Reinhold-Schick-Platz zieht.

Eines halte ich jedoch für unerlässlich. Diese Stadt braucht ein professionelles Citymanagement. Einen Profi, der weiß wie man den eingangs beschriebenen Markendreiklang maximiert und in größtmögliche Deckung bringt. Große Bekanntheit und Sympathie für Herrenberg als Einkaufsstadt in Verbindung mit Anreizen für Kunden nach Herrenberg zu kommen, zu bleiben und einzukaufen. Jede Mall hat Marketingprofis, die das Image professionell pflegen. Ich wünsche mir, dass die Verwaltung und die Händler und Gewerbetreibende dies schnellstmöglich anpacken und dort gemeinsam in Personal investieren wo es der Stadt etwas bringt.

In den letzten Tagen war in der Presse über zusätzliches städtisches Personal zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und zur Pflege einer lebendigen und fairen Demokratie zu lesen. Wir leisten uns so viele Stabsstellen und Fachbeauftragte in unserer Mitmachstadt und für so eine zentrale Aufgabe gibt es nicht ausreichend Mittel? Dann lasst uns ganz im Geiste unserer Stadt eine weitere Mitmachaktion draus machen: Wer findet Aufgaben und Ausgaben im städtischen Haushalt, die nice-to-have aber verzichtbar sind? Für den langfristigen Erfolg unserer Wohn- und Lebestadt Herrenberg ist eine funktionierende Einzelhandelslandschaft und der Erfolg von Gewerbetreibenden und Unternehmern unverzichtbar und existentiell. 

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