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Waldbegang im Stadtwald Rutesheim

„Der Blick muss immer in die Wipfel der Bäume gerichtet sein“, empfiehlt Alexandra Radlinger bei einem Rundgang durch den Rutesheimer Stadtwald. „Nur so ist es möglich, den wahren Zustand des Waldes zu erfassen“, so die stellvertretende Forstamtsleiterin im Kreis Böblingen.

Leider verheißt der Blick nach oben nichts Gutes, denn der Wald leidet unter starker Trockenheit - vor allem im nördlichen Teil des Landkreises. Die dortigen Kalkböden können Wasser nämlich nur unzureichend speichern. Deswegen machen sich die häufigen Trockenperioden sowie die Niederschlagsverschiebung vom Sommer in den Winter in dieser Region des Landkreises besonders bemerkbar: Hier sind viele Bäume mittlerweile ernsthaft geschädigt. Die Trockenschäden sind im oberen Teil des Baumes besonders gut sichtbar. Je höher die Bäume, umso größer sind die Schwierigkeiten, das Wasser bis in den Gipfel zu transportieren. Alte Bäume sind daher besonders gefährdet. Die Baumkronen werden braun, der Baum verliert seine Blätter und stirbt in der Folge oft ab. Leider leidet nun auch die in unseren Breitengraden eigentlich gut angepasste heimische Buche extrem unter der Trockenheit. Naturverjüngung statt Baumpflanzungen Das Forstamt des Landkreises versucht hierfür geeignete Lösungen zu finden. Während des Rundgangs erhielt Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL interessante Einblicke in die Arbeit der Forstleute. Neben Alexandra Radlinger erläuterten Ulrich Neumann, der Revierleiter des Stadt- und Gemeindewaldes Rutesheim und Weissach und Axel Miske, Trainee des höheren Forstdienstes, wie der Wald langfristig klimatolerant, resilient und zukunftsfähig entwickelt werden soll. Hierfür setzen die Förster im Kreis Böblingen wenn möglich auf eine naturnahe Waldverjüngung. Das heißt, der Baumbestand verjüngt sich durch natürliche Aussamung von alleine. Die Wurzeln von Tausenden von Sämlingen können sich dabei unbeeinflusst entwickeln, was aktive Bepflanzungen selten vergleichbar ermöglichen. In noch jungen Waldbeständen werden einzelne Bäume durch forstliche Maßnahmen gezielt gefördert, um konkurrenzkräftig und damit fit für zukünftige Klimaextreme zu werden. Viele vitale Einzelbäume aus verschiedenen Baumarten bieten ein stabiles Gerüst für einen Wald gegenüber Risiken klimatischer Wetterextreme. Sicherheit hat Priorität Ein weiterer Aspekt prägt die Arbeit der Forstleute im Landkreis. Aufgrund der Lage im Ballungsraum hat der Wald eine wichtige Bedeutung für die Erholung und die Freizeitgestaltung der Menschen. Das Betreten des Waldes geschieht grundsätzlich auf eigene Gefahr. An Erholungseinrichtungen und entlang von öffentlichen Straßen und Bebauungen besteht eine besondere Verkehrssicherungspflicht durch den Waldbesitzer. Gerade bei extremer Trockenheit können herabfallende trockene Äste zur Gefahr werden. Um Unfälle zu vermeiden, müssen dann geschädigte Bäume gefällt werden. „Auch mir tut es manchmal leid, einen großen, stolzen Baum fällen zu müssen“, so Forstwirt Ebel, der Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL eine Baumfällung mit Motorsäge und ferngesteuertem Fällkeil vorführte. Er erläuterte dabei die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen, die bei einer Fällung beachtet werden müssen und die unterschiedlichen technischen Möglichkeiten, die seine Ausrüstung bietet. „Die Forstwirte erfüllen eine wichtige Aufgabe in unseren Wäldern. Ihre Arbeit ist wegen der Trockenheit noch gefährlicher geworden. Deswegen sind neben guter Schutzkleidung und professionellen Geräten auch viel Erfahrung und Kompetenz, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein in ihrem Beruf existentiell wichtig“, so Staatssekretärin Sabine Kurtz.

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